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Krisenkonzept

Technische Notfälle allgemein

Definition: Ein Notfall ist ein unerwünschtes, zeitlich nicht vorhersehbares Ereignis, dessen Eintritt nach menschlichem Ermessen unwahrscheinlich ist.

Zur Bewältigung des Notfalles benötigt man organisatorische Unterstützung, weil die Struktur des Unternehmens üblicherweise nicht darauf abgestimmt ist. Ein Notfallplan bietet diese organisatorische Hilfe bei der Abwicklung unvorhersehbarer Ereignisse. Hierbei handelt es sich um ein Instrument, mit dem man auf plötzlich eintretende Notfälle, verursacht durch Feuer, Unglücksfälle, Betriebsstörungen usw., schnell und angemessen reagieren kann. Er beinhaltet Alarmierungschecklisten, Rettungsketten, Maßnahmenblätter, Kommunikationswege und technische Details.

Verschiedene Notlagen können dazu führen, dass wir die Versorgung unserer Kunde nicht wie gewohnt sicherstellen können. Dazu zählen etwa Versorgungsausfälle von Strom, Wasser und Brennstoffen. Hinzu kommen Infektionswellen etwa durch SARS-CoV-2, Influenza oder Noro.

Andere Gefahrensituationen machen es sogar notwendig, zu räumen; dieses etwa bei Bränden, Bombenfunden oder Naturkatastrophen.

Wir sind dazu verpflichtet, uns auf Notlagen vorzubereiten, sofern das Eintreten hinreichend wahrscheinlich ist. Wir stellen sicher, dass sämtliche notwendigen Materialien und Hilfsmittel bereitliegen. Zudem müssen alle Mitarbeiter über die notwendigen Maßnahmen im Fall einer Gefährdungssituation informiert sein.

Hinweise:

Ein Konzeptstandard regelt nur die allgemeine Organisation zur Risikoprävention sowie die Kommunikations- und Kompetenzstrukturen im Notfall. Die detaillierten Reaktionen auf die jeweiligen Notsituationen definieren Sie in separaten Standards. Vor allem folgende Dokumente sollten vorliegen.

Die Existenz eines Krisenkonzepts ist Gegenstand der Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst. Dessen genaue Ausgestaltung ist jedoch den Einrichtungen überlassen. Wir empfehlen, im QM-Handbuch das Thema “Krisen und Notsituationen” ähnlich wie Expertenstandards zu behandeln. Dieser Konzeptstandard bildet dann den Anfang eines eigenen Kapitels, gefolgt von den dazugehörigen Pflegestandards.

Ein Zuordnungsproblem ergibt sich bei den Standards zu Pandemien wie etwa Corona oder Virusgrippe. Diese Notlagen werden explizit zu den Krisen gezählt, die der Konzeptstandard abbilden soll.

Auch in akuten Notfällen sollten sich Pflegekräfte einige Momente Zeit nehmen, um die Situation in Gänze zu überblicken und überlegte Anordnungen zu treffen.

Es ist uns bewusst, dass sich selbst gut abgewogene Entscheidungen später als falsch herausstellen können. Kein Mitarbeiter muss in einem solchen Fall mit Vorhaltungen durch die Einrichtung rechnen.

Die wichtigsten Risikosituationen sind uns bekannt. Wir können deren Wahrscheinlichkeit und das Bedrohungspotenzial zumindest grob einschätzen.

Wir bereiten uns auf alle realistischen Gefahrenlagen vor. Notwendige Hilfsmittel halten wir bereit, um unsere Kunde zu versorgen oder aus der Einrichtung zu evakuieren.

Unsere Kunden fühlen sich auch in einer Notsituation sicher.

Wir ziehen aus jeder überstandenen Gefahrenlage Konsequenzen und verbessern dadurch unsere Vorbereitung auf kommende Gefahren.

Organisation:

Wir pflegen einen engen Kontakt zu allen beteiligten Verbänden und Behörden. Also insbesondere zur Feuerwehr, zum Technischen Hilfswerk und zu anderen Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes. Eine Liste sämtlicher Rufnummern liegt neben jedem Telefon der Einrichtung.

Wir bitten alle Mitarbeiter um möglichst umfassende Kontaktdaten, um diese im Notfall schnell erreichen zu können. Dazu zählen die privaten Rufnummern sowie Messenger-Daten.

Wir gründen einen Messenger-Notfall-Verteiler Signal Gruppe und bitten alle Mitarbeiter, der Gruppe beizutreten. Über diesen Verteiler werden nur Notfälle kommuniziert. Er dient nicht der allgemeinen Konversation (Austausch von Katzenbildern o.Ä.).

Wir beteiligen die An- und Zugehörigen an unseren Planungen. Wir erfragen, welche Risiken den Pflegebedürftigen besondere Sorgen bereiten.

Die korrekte Handhabung von Notfallsituationen ist Bestandteil der Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Wir prüfen stets, ob die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Notlagen aktuell steigt. In solchen Fällen führen wir innerhalb des Teams Übungen durch. Beispiele:

Es kündigt sich ein Stromengpass an. Wir weisen daher zusätzliche Mitarbeiter in die Handhabung unserer Notstromversorgung ein.

Eine Rekordhitzewelle steht an. Innerhalb des Teams üben wir die Erkennung von Symptomen, die auf eine Überwärmung hindeuten.

Wir halten stets einen hinreichenden Vorrat an notwendigen Verbrauchsgütern und Hilfsmitteln bereit. Im Fall einer sich länger abzeichnenden Notlage versuchen wir, die Bestände durch Bestellungen auszubauen. Dieses betrifft insbesondere Schutzausrüstung, Kraftstoff für die Notstromversorgung sowie Geräte für eine schnelle Evakuierung.

Wir verfügen über ausreichend Nahrung und Trinkwasser, um unsere Kunde auch bei einem vollständigen Lieferausfall für eine Woche versorgen zu können, wenn die Leistungen vereinbart wurden.

Wir stellen sicher, dass auch in der Urlaubszeit oder in der Nacht ein Mitarbeiter Entscheidungen treffen kann und externen Hilfskräften als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Es gilt daher folgende Reihenfolge.

Inhaber und oder Pflegedienstleitung

dienstälteste Pflegefachkraft

Zudem alarmieren wir möglichst viele Mitarbeiter per Telefon oder per Messenger und bitten diese, zeitnah im Pflegeheim bei der Bewältigung der Notlage mitzuhelfen.

Sollten Mitarbeiter aus den Medien über die Gefahrensituation informiert werden, so machen sie sich eigenständig auf den Weg zur Einrichtung.

Bis zum Eintreffen eines Vorgesetzten ist der “ranghöchste” anwesende Mitarbeiter befugt, alle unmittelbar notwendigen Entscheidungen zu treffen. Er orientiert sich dabei an den Notfallstandards, die wir für jeweilige Gefahrenlagen im QM-Handbuch hinterlegt haben.

Wir gewähren Medien keinen Zutritt zur Einrichtung. Kein Mitarbeiter äußert sich gegenüber Medienvertretern. Dieses insbesondere dann nicht, wenn in irgendeiner Weise wegen der Notlage eine negative Berichterstattung droht.

Sobald die akute Notlage überstanden ist, prüfen wir, ob unsere Kunde Schaden genommen haben. Neben körperlichen Beeinträchtigungen kann es auch zu mentalen Folgen kommen. Diese äußern sich etwa in Schlafstörungen oder Verwirrtheitszuständen.

Mit etwas zeitlichem Abstand arbeitet der Qualitätszirkel die Krisensituation auf. Wir hinterfragen unsere Entscheidungen und prüfen, ob wir organisatorische Verbesserungen vornehmen können.

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